Zum 15. Jubiläum macht sozialinfo.ch ein Geschenk

Seit mehr als 15 Jahren ist sozialinfo.ch online – keine Selbstverständlichkeit in unserer schnelllebigen Zeit. Ein Grund, dieses Jubiläum gebührend zu feiern. Am Jubiläumsanlass in Olten, dem Leute aus der Sozialen Arbeit, aus Politik und Wirtschaft beiwohnten, wurde zudem der erste Prix sozialinfo.ch vergeben. Ausgezeichnet wurde die IG Pallas, die seit 25 Jahren Selbstverteidigungskurse für Mädchen und Frauen anbietet.

Wenn 15-Jährige Geburtstag feiern, gehen sie normalerweise mit Freunden an einen See grillieren oder mieten einen Raum in einem Jugendclub. Dass einem 15-Jährigen für den Geburtstag eine Aula einer Hochschule zur Verfügung gestellt wird, ist doch eher selten. Muss doch damit gerechnet werden, dass es dort plötzlich drunter und drüber geht. Die Hochschule Soziale Arbeit FHNW in Olten machte für das Branchenportal sozialinfo.ch allerdings eine Ausnahme.

Mit gutem Grund, wie Agnès Fritze, Direktorin der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW, am Montag, 11. Juni 2018, vor rund 100 Gästen sagte. «Der Verein sozialinfo.ch ist zwar erst 15-jährig, aber für sein Alter doch schon sehr reif.» Das Stellen- und Informationsportal, das Anfang 2003 aufgeschaltet wurde, habe sich in den letzten 15 Jahren enorm entwickelt. Das Portal sei zu einem «Nachschlagewerk geworden, das aus der Praxis nicht mehr wegzudenken» sei, sagte Fritze. Und zwar nicht nur für Fachpersonen aus der Sozialen Arbeit, sondern auch für Forschende, Auszubildende, Politikerinnen und Politiker sowie für Medienschaffende. «Gäbe es sozialinfo.ch noch nicht, man müsste es sofort erfinden.» Die FHNW und sozialinfo.ch seien in den letzten Jahren zudem zu engen Kooperationspartnern geworden – eine Verbindung, die hoffentlich noch lange weiterbestehe.

Dem Glück eine Chance geben

Es sei schon lange klar gewesen, dass das 15-jährige Bestehen von sozialinfo.ch ganz besonders begangen werden soll, sagte Geschäftsleiterin Barbara Beringer anlässlich der Feier. Denn es sei angesichts der grossen Konkurrenz und der rasch fortschreitenden Digitalisierung nicht selbstverständlich, dass sich sozialinfo.ch zu einem bekannten Nischenprodukt entwickelt habe. Als sie vor über 15 Jahren einen Businessplan für sozialinfo.ch erstellte, hätte sie nicht zu träumen gewagt, dass sozialinfo.ch dereinst zu einer festen Grösse heranreifen würde. Trotzdem habe sie diesen Schritt damals gewagt.

Wer nicht wagt, der gibt dem Glück keine Chance, so lautet auch das Fazit von Mathias Morgenthaler, der als Redner an der Jubiläumsfeier auftrat. Morgenthaler ist Wirtschaftsjournalist und Buchautor und hat in den letzten 20 Jahren über 1000 Interviews mit Menschen geführt, die es gewagt haben, ihren Beruf aufzugeben, um ihre Berufung zu leben. Noch immer gebe es sehr viele Menschen, die ihre Arbeit vielmehr als Pflicht, ja gar als Krankheit anschauten. Dabei sollte Arbeit etwas sein, das Freude bereitet, sagte er. Um dorthin zu gelangen, sei es manchmal nötig, den Verstand beiseite zu lassen und dem Bauchgefühl zu folgen. Es sei nicht nötig, von Anfang an zu wissen, wohin einem die Reise führen wird: «Zum Unternehmer wird man geboren – im Verlauf des Lebens», sagte Morgenthaler. Auch sei es falsch, zu glauben, man müsse immer alles im Griff haben. Denn wer alles im Griff habe, habe die Hände nicht frei. Und eine weitere Erkenntnis aus über 1000 Interviews: «Wer alle Erwartungen erfüllt, darf keine Erfüllung erwarten.» Es sind Erkenntnisse, die Barbara Beringer vor über 15 Jahren intuitiv umgesetzt hatte.

Prix sozialinfo.ch als «Geburtstagsgeschenk»

Wer Geburtstag feiert, wird normalerweise reicht beschenkt. Der Verein sozialinfo.ch hat für das Jubiläum einen anderen Weg gewählt. Weil sozialinfo.ch während so vielen Jahren grosse Unterstützung von Mitgliedern, Kundinnen und Kunden sowie von Sozialen Institutionen haben erfahren dürfen, habe der Vorstand beschlossen, jemandem anderes ein Geschenk zu machen, sagte Tanja Rüdisühli, die im Juni zusammen mit Jeremias Amstutz das Co-Präsidium des Vorstands übernommen hat. So habe der Vorstand beschlossen, im Hinblick auf das Jubiläum erstmals den Prix sozialinfo.ch auszuschreiben. Mitglieder waren aufgefordert, Projekte zu nominieren, die sich für Schwächere engagieren. Insgesamt 17 Nominationen seien bei sozialinfo.ch eingegangen, aus diesen habe der Vorstand sieben ausgewählt, die in die engere Auswahl kamen, sagte Rüdisühli. Gewonnen hat der mit 5000 Franken dotierte Preis schliesslich die Interessengemeinschaft Pallas, die seit 25 Jahren in der ganzen Schweiz Selbstverteidigungskurse für Frauen und Mädchen anbietet. 

Es seien der ehrenamtliche Charakter und das Engagement der Beteiligten gewesen, das für die Wahl den Ausschlag gegeben habe, sagte Jurymitglied Franziska Teuscher, Direktorin für Bildung, Soziales und Spor der Stadt Bern. Silvia Bren, Präsidentin der IG Pallas, und Prisca Nydegger, Trainerin bei Pallas, nahmen den Preis sichtlich gerührt entgegen. Bren sagte, dass das Geld der IG es endlich erlaube, die Ausbildungskurse für angehende Trainerinnen und Trainer zu aktualisieren.

Beim abschliessenden Apéro riche im Glassaal der FHNW stiessen Gäste, Referenten, Preisgewinnerinnen, Vorstandsmitglieder und Gefeierte auf einen gelungenen Abend an – und auf weitere 15 Jahre.